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Steckbrief Kenia
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Daten und Fakten

Name: Republic of Kenya
Fläche: 582 646 km²

Hauptstadt: Nairobi
Amtssprache: Englisch (weitere Sprachen: Kisuaheli, Luo, Maasai u.a.)
Einwohner: ca. 37,2 Mio. (Stand 2009)
Bevölkerungswachstum: 2,7 Prozent
Lebenserwartung: 49 Jahre
Analphabetenrate: 15 Prozent
Währung: Kenya Schilling (KSh): 1 € = 106,7 KSh (Stand 7.11.2009)
Zeit: MEZ plus 2 Stunden

Landesvorwahl: +254
Internetkennung: .ke

Naturschutzgebiete: 20 National Parks, 25 National Reserves, 4 Sanctuaries, 6 Marine Parks und Marine Reserves auf ca. 12 % der Landesfläche.

Landesflagge: Die Landesflagge Kenias besteht aus drei waagerechten Streifen und einem Massai-Schild in der Mitte. Die drei Streifen symbolisieren das schwarze Volk (schwarz), das vergossene Blut im Unabhängigkeitskampf (rot) und die Natur des Landes (grün). Die weißen Trennlinien zwischen den Balken stehen für den Frieden und die Einheit der Völker Kenias. Das Massai-Schlid mit den gekreuzten Speeren steht für den wehrhaften Freiheitswillen und Kenias Unabhängigkeit.
Die Flagge wurde am 12. Dezember 1963, dem Tag der Unabhängigkeit von Großbritannien, zum ersten Mal gehisst.

Geografie

Kenia liegt zwischen 24° und 42° östlicher Länge sowie zwischen 5° nördlicher und 5° südlicher Breite; der Äquator teilt Kenia also fast genau in der Mitte. Die Umrisse des Landes erinnern an ein Fünfeck (vergleichbar in Form und Größe mit Frankreich), das im Norden an Somalia, Äthiopien und den Sudan, im Westen an Uganda und im Süden an Tansania grenzt. Im Osten bilden die 500km lange Küste des indischen Ozeans und im Südwesten der riesige Victoriasee natürliche Grenzen. Durch die gesamte Länge Westkenias zieht sich der gewaltige Ostafrikanische Grabenbruch mit einer Reihe Salzwasserseen und Vulkanbergen, von denen der höchste mit 5199m der Mt. Kenya ist.

Geschichte

Paläontologen nehmen an, dass im heutigen Staatsgebiet Kenias, an der Grenze zu Äthiopien, vor fast 16 Mio. Jahren die Wiege der Menschheit stand.
Die heutigen Staatsgrenzen wurden im Jahr 1884 auf der Kongokonferenz in Berlin festgelegt. Danach regierten die Briten rund 80 Jahre lang die Kolonie British East Africa.
Seit 1950 begann mit dem Mau-Mau-Aufstand ein blutiger Kampf gegen das Joch der Kolonialherrschaft, der schließlich 1963 zur Unabhängigkeit Kenias führte.

Staat und Politik

Mit der Unabhängigkeit erlangte Kenia den Status der präsidialen Republik. Die Kenia African National Union (KANU) regierte das Land von 1963 bis 2002. Auf Druck der Vereinten Nationen fand 1992 die erste demokratische Wahl statt, bei der erstmals ernst zu nehmende Oppositionsparteien auf der Liste standen. 2002 gewann die Regenbogenpartei (NARC) die Wahl und seitdem leitet Mwai Kibaki die Geschichte des Landes. Der Wahlturnus beträgt fünf Jahre mit beliebig vielen Regierungsperioden des Präsidenten. Kenia ist unterteilt in den Hauptstadtdistrikt Nairobi (gleichzeitig Regierungszitz) und die sieben Provinzen Coast (Hauptstadt Mombasa), North Eastern (Garissa), Eastern (Embu), Central (Nyeri), Rift Valley (Nakuru), Western (kakamega) und Nyanza (Kisumu). Die Provinzen zerfallen in insgesamt 40 Distrikte. Die Verwaltungsstruktur ist zentralistisch , die wichtigste Verwaltungsebene nach der Zentralregierung ist der Distrikt. Kenia ist Mitglied im Commonwealth und der
East Afrika Cooperation (EAC).

Wirtschaft und Tourismus

Landwirtschaft und Bergbau tragen mit 25 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei.
Wichtigste landwirtschaftliche Produkte sind Kaffee, Tee, Blumen, Gemüse, Obst, wichtigste Abbauprodukte Bauxit und Zement. Der Anteil der Industrie am BIP
beträgt 19 %, es werden vor allem Textilien, Zement, Brenn- und Schmierstoffe hergestellt, Kraftfahrzeuge montiert sowie Nahrungs- und Genussmittel produziert.
56 Prozent nimmt der Dienstleistungssektor ein. Hier spielt neben dem Beamtenapparat und den Bereichen Presse- und Finanzwesen insbesondere der Tourismus eine entscheidende Rolle. Mit Einnahmen von nahezu 690 Mio. US-$ (2005) ist er der bedeutendste Devisenbringer. Die Tourismuszahlen erreichten ihren Höhepunkt in den 1970er- und 1980er- Jahren und gingen aufgrund gewalttätiger Ausschreitungen und Terroranschläge Ende der 1990er-Jahre enorm zurück. Daraufhin mussten viele Hotels und touristische einrichtungen schließen. Inzwischen scheinen sich die Touristenzahlen wieder erholt zu haben, obschon sich Tansania und Südafrika zu ernsthaften Konkurrenten entwickelt haben. Das Pro-Kopf-Einkommen lag 2006 bei 460 US-$, wobei etwa die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt. Die Arbeitslosenrate liegt bei 40 %, wobei diese Zahl weder den informellen jua-kali-Sektor (das Heer der fliegenden Händler) berücksichtigt noch die Subsistenzler, die sich durch den Anbau von Lebensmitteln zum Teil selbst versorgen können. Das Einkommensgefälle zwischen Arm und Reich ist enorm hoch.

Bevölkerung und Religion

Rund drei viertel der Bevölkerung leben auf dem Land und sind in der Landwirtschaft tätig. Insgesamt gibt es in Kenia etwa 50 verschiedene Ethnien (zu den bevölkerungsreichsten Ethnien zählen die Kikuyu, die Massai, die Luo, die Kamba und die Mijikenda).
Die großen Städte sind ethnische Schmelztiegel, allen voran die Hauptstadt Nairobi mit fast 3 Mio. und Mombasa mit etwa 670 000 Einwohnern.
Die Lebenserwartung auf dem land ist geringer als in den Städten (Landesdurchschnitt: Männer 50 Jahre, Frauen 48 Jahre); 45 Prozent der Kenianer sind unter 15 jahre alt. Das Bevölkerungswachstum ist in den letzten Jahren von 3 % auf 2,2 % gesunken.
Rund 40 % der Bevölkerung sind Protestanten; etwa 30 % bekennen sich zur katholischen Kirche, rund 23 % zu anderen (Natur) - Religionen und 6 % zum Islam.

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